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Ich darf keine Fehler machen – vom Wunsch eine perfekte Mutter zu sein

Elternschaft ist eine der herausforderndsten Aufgaben, die wir übernehmen können, und viele von uns verzeihen sich selbst kaum einen Fehler. Kennst du das auch?


Vor allem Mütter neigen dazu, extrem hohe Anforderungen an sich als Mutter zu stellen. Wirst du diesen Anforderungen nicht immer 100%ig gerecht, dann plagt dich oft ein sehr schlechtes Gewissen und quälende Schuldgefühle.


Ich selbst kenne diesen Druck sehr gut, eine perfekte Mutter sein zu wollen. Immer kompetent, immer geduldig, immer liebevoll, immer die passende Antwort parat. Das ist eine vollkommen überzogene und dennoch weit verbreitete Erwartungshaltung die viele Mamas an sich stellen. Vielleicht du ja auch? Die Folge ist: totale Erschöpfung, Selbstverurteilung und das Gefühl es doch, trotz aller Bemühungen, nicht richtig zu machen.


Was uns vereint, ist ein sehr hohes Verantwortungsbewusstsein für unser Kind, dem vielleicht wichtigsten Menschen in unserem Leben. Die Absicht, die sich hinter dem Streben nach Perfektionismus in der Elternschaft verbirgt, ist durchaus positiv. Wir möchten, dass unsere Kinder die bestmöglichen Erfahrungen sammeln, sie vor Enttäuschung schützen und ihnen ein Vorbild sein. Aber welches Vorbild sind wir wirklich, wenn wir uns im Perfektionismus verstricken?


Unser Leben ist das Lehrbuch unserer Kinder. Sie schauen uns tagtäglich dabei zu, wie wir das Leben angehen, unsere Haltung zu uns, welche Werte uns antreiben. Sie beobachten uns und ahmen nach. Wir sind Vorbild Nummer 1, ob wir wollen oder nicht. 80% von dem, was sie von uns lernen, ist das, wie wir uns tagtäglich zeigen. Wenn wir also selbst am Perfektionismus festhalten und unrealistische Erwartungen an uns stellen, geben wir diese Haltung automatisch an unsere Kinder weiter.


Was lernen sie dadurch von uns? Sie lernen, dass Fehler unverzeihlich sind. Dass, sie sich selbst verurteilen sollten, wenn etwas nicht perfekt läuft. Das sie immer die Kontrolle haben müssen, egal wie es ihnen gerade geht. Und, dass sie nur liebenswert sind, wenn sie alles auf Anhieb richtig machen.


Du darfst dich gerne fragen, ob das wirklich die Werte sind, die du deinem Kind mitgeben möchtest. Vermutlich nicht.


Um diesen Kreislauf zu durchbrechen, MÜSSEN oder dürfen wir BEI UNS SELBST BEGINNEN. Wir dürfen uns von unseren eigenen perfektionistischen Fesseln befreien und aus der ständigen Selbstverurteilung ausbrechen. Wir dürfen lernen, dass wir gut sind, so wie wir sind. Unsere Kinder brauchen keine perfekten Eltern. Sie brauchen authentische Eltern, die mit sich selbst zufrieden sind. Eltern die Verantwortung für ihr Handeln übernehmen und gleichzeitig realistische Anforderungen an sich stellen. Lassen wir also das Märchen von der perfekten Elternschaft los und gestatten wir uns und unseren Kindern auch Fehler zu machen.


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